Häufig gestellte Verbraucherfragen

Frage: An unseren Kartoffeln haben sich anstelle der Blüten in diesem Jahr runde grüne Früchte gebildet. Kann man diese auch essen?

Antwort: Aus der befruchteten Blüte entwickeln Kartoffeln ihre Samen in einer Frucht (botanisch eine Beere), im Prinzip das gleiche wie die eng verwandte Tomate. Die Beeren enthalten eine sehr hohe Konzentration an dem hochgiftigen Solanin, was zu Übelkeit und Erbrechen führen kann.

Die Beeren sind giftig und nicht zum Verzehr geeignet!

Dr. Dietmar Demmler


Frage: Ich habe soeben erfahren, dass man gekochte Kartoffeln zum Verzehr nicht mehr aufwärmen darf, da diese dann einen giftigen Stoff entwickeln. Stimmt das?

Antwort: Kartoffeln enthalten geringe Mengen an Solanin in der Größenordnung bis 10 ppm. Solanin ist eine giftige Substanz ( = Alkaloid) und ist wasserlöslich, so dass diese Substanz im Kochwasser angereichert ist. Deshalb Kochwasser abgießen! Normalerweise ist die Menge zu gering, um irgendwelche Beeinträchtigungen zu verursachen. Höhere Konzentrationen befinden sich in ergrünten Knollen, deshalb diese Stellen großzügig abschneiden, wenn mehr als 30 % der Oberfläche ergrünt ist, sollte man die gesamte Knolle entfernen.

Der Grund, warum man Gemüse nicht aufwärmen soll, bezieht sich auf den Nitratgehalt. Bei längerem Warmhalten oder Erwärmen können Bakterien Nitrat in Nitrit umwandeln. Aus Nitrit können sich in Verbindung mit Amiden krebserregende Nitrosamine bilden. Diese Gefahr ist vornehmlich bei Blattgemüse z.B. Spinat der Fall, bei Nitratgehalten um 500 ppm.

Nitrat ist wasserlöslich, somit lässt sich auch hier der Gehalt durch Blanchieren und abgießen des Kochwassers wesentlich vermindern. Kartoffeln haben allgemein einen geringen Nitratgehalt in der Größenordnung von 60 bis 150 ppm.

Die Gefahr einer Umwandlung von Nitrat in Nitrosamine durch das Aufwärmen ist somit sehr gering.

Dr. Dietmar Demmler

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